Zeitfresser erkennen und abschalten
Achtsamkeit,  Happiness,  Mommy

Zeitfresser erkennen und abschalten

Achtung, jetzt kommt eine total banale, platte, allseits bekannte Platitude: Mütter haben keine Zeit! Sie haben keine Zeit für ihre Arbeit, für den Haushalt, ihre Partner, ihre Hobbys, gefühlt auch viel zu wenig für ihre Kinder und garantiert zu wenig für sich selbst. Zum einen liegt das an der unglaublichen Aufgabenflut, die sie täglich zu bewältigen haben. Zum anderen an fiesen Zeitfressern, die ihren Tag noch konfuser machen. Diese Zeitfresser erkennen und abschalten – darum dreht sich der heutige Blogpost. 

Zeitfresser? Habe ich nicht! Alles, was ich mache, mache ich, weil ich es machen muss. 

So denke ich auch oft. Wäsche waschen? Muss sein! Mit der Maus basteln? Muss sein! Abendessen kochen? Muss sein! Handy checken? Muss nicht sein, aber das mache ich ja nicht richtig. Nur mal schnell, wenn ich auf dem Klo sitze … für ca. 15 Minuten. AHA!!!

Zeitfresser sind fiese, kleine Wichtel, die sich in unseren Alltag schleichen. Wir bemerken vielleicht, dass sie da sind, ordnen ihnen aber nicht den Zeitfaktor zu, den sie eigentlich haben. Das ist schlecht, denn so erkennen wir nicht, wie sehr uns manche Dinge oder Angewohnheiten aufhalten – und können sie dann natürlich auch nicht abstellen. 

Zeitfresser erkennen und abschalten: die Erkenntnis

Bevor wir damit anfangen können, unsere Zeitfresser abzuschalten, müssen wir erst einmal erkennen, welche sich bei uns breit gemacht haben. Daher stellt sich als erstes die Frage:

Zeitfresser – was kann das denn alles sein?

Smartphone

Ich lege mich fest: Zeitfresser Nummer 1 in unserer modernen Welt ist für 99 Prozent der Menschen das Handy. Mal eben schauen, ob der Kumpel geantwortet hat, ob der Chef noch etwas per Mail will oder wie der Fußballverein gespielt hat. Wir haben 1.000 Gründe, um zu unserem Smartphone zu greifen. Und meistens bleibt es ja nicht bei dem einen Blick, denn wenn wir das Handy schon einmal in der Hand haben, dann können wir ja auch gleich noch …

Doch das Smartphone ist nur die Spitze des Eisbergs. Hier habe ich mal noch alle anderen mir bekannten Zeitfresser zusammengetragen:

Perfektionismus

Schuldig im Sinne der Anklage: Ich bin ein bekloppter Perfektionist. Doch mittlerweile habe selbst ich begriffen, dass ich viele Dinge gar nicht bis ins letzte Detail ausarbeiten muss. Denn was für mich maximal „gut“ ist, ist für viele Menschen in meinem Umfeld schon längst „perfekt“. Sei es der Artikel, den ich im Büro schreiben muss, die neueste Cookie-Idee, an der ich gerade herumfeile oder die Muttertagskarte für meine Mami. Was für Perfektionisten maximal 89 Prozent sind, sind für Nicht-Perfektionisten 100 Prozent. 

Doch was hat das mit „Zeitfresser erkennen und abschalten“ zu tun? An dieser Stelle kommt das Pareto-Prinzip ins Spiel, auch als 80-zu-20-Regel bekannt. Diese besagt, dass man in 20 Prozent der Zeit bereits 80 Prozent einer Aufgabe erledigen kann. 80 Prozent der Zeit gehen indes für die letzten 20 Prozent drauf, die Perfektionisten wie mir wichtiger sind als die 80 Prozent zuvor. 

Fazit: Wenn wir unseren Perfektionismus zügeln und uns auch mal mit einem guten statt perfekten Ergebnis begnügen, sparen wir richtig viel Zeit!

Falsche Pausen

Pausen sind so wichtig! Sie fressen zwar etwas Zeit, sorgen jedoch dafür, dass wir danach wieder durchstarten können – was unterm Strich Zeit spart. Jedoch kommt es ganz stark darauf an, wie wir unsere Pausen gestalten. Ein Beispiel von letzter Woche: 

Mausi war mit der Oma auf dem Spielplatz und ich konnte mir ein Viertelstündchen Pause gönnen. Eigentlich wollte ich ein bisschen lesen oder schlummern, doch griff ich zu meinem Handy und  …. „Oooh, mein Spiel schenkt mir 30 Minuten unbegrenzt Leben. Das wäre ja Verschwendung, wenn ich nicht wenigstens zwei, drei Spiele spiele.“  Das Ende vom Lied könnt ihr euch denken: Mausi kam vom Spielplatz zurück und ich hatte weder eines meiner To-dos erledigt, noch eine Pause gemacht. Die dümmste aller Varianten! Mensch, was habe ich mich geärgert – und sofort dieses blöde Spiel gelöscht. Jetzt spüre ich einen gewissen Entzug, was mir zeigt, dass ich diesen Blödsinn viel zu lange falsch gemacht habe. 

In Sachen falsche Pausen ist unser dummes Smartphone Spitzenreiter, dank seiner Spiele, Nachrichten und dem immer offenen Zugang zu den sozialen Medien. Damit frisst es mehr gute Pausenzeit weg als der blöde, alte Fernseher.

Wenn wir unsere Zeitfresser erkennen und abschalten wollen, ist es der einfachste Schritt unser Smartphone- und Fernseher-Verhalten zu überdenken. Macht Pausen, keine Frage! Aber nutzt sie so, dass sie euch Kraft für den Alltag geben und nicht rauben. 

IMG_8563-1024x1024 Zeitfresser erkennen und abschalten

Nicht delegieren können

An dieser Stelle kommt wieder der Perfektionismus ins Spiel. Wenn ich will, dass etwas richtig gemacht wird, mache ich es lieber selbst. Doch damit tun wir uns keinen Gefallen, denn irgendwann machen wir tatsächlich alles selbst und haben noch weniger Zeit. 

Daher sollten wir lieber Hilfe von anderen einfordern oder angebotene Hilfe annehmen, anstatt als Einzelkämpfer abzusaufen. Unsere Kinder lernen so, was es heißt, einen Haushalt zu führen – sind heute vielleicht schon etwas dankbarer für unsere Arbeit und später gut für ihr eigenes Leben vorbereitet. Und unsere andere Hälfte merkt, dass Emanzipation keine Einbahnstraße ist.

Und wir? Wir gewinnen kostbare Zeit für uns?

Falsche Prioritäten

Welche Aufgaben sind meist die wichtigsten? Die, die so gar keinen Spaß machen. Also, fangen wir halbherzig an, um dann doch wieder Sachen zu machen, die auf der Prioritätenliste weiter unten stehen, aber schneller zu erledigen sind oder in diesem Moment mehr Spaß machen. Und was macht das mit unserer Zeit? Wir vergeuden sie, da wir unter Aufschieberitis leiden. 

Des Rätsels Lösung: Prioritäten setzen! Wenn wir jeden Tag als erstes die wichtigste Aufgabe erledigen, haben wir diesen Brocken von den Schultern und ein gutes Gefühl für die anderen Aufgaben. Und wer weiß: Vielleicht ergeben sich am Ende sogar Freiräume im Tagesablauf, die wir für gute Pausen nutzen können.

Zu viel von allem

Wer viel besitzt, muss viel suchen, aufräumen, putzen … Das ist keine neue Erkenntnis, wir vergessen sie nur allzu gerne, wenn wir eine totschicke Bluse im Schaufenster sehen oder ein Prospekt mit Sonderangeboten lockt. Macht euch bewusst, wie viel ihr besitzt – und was ihr davon tatsächlich braucht. Trennt euch von dem unnötigen Zeug und setzt euch selbst Ordnungsregeln. Doch das ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte sind …

Fehlende Strukturen

Suchst du noch oder lebst du schon? Wer richtig Zeit und Nerven sparen will, der braucht klare Strukturen, Ordnung und ein System. Denn was passiert, wenn alles seinen festen Platz hat? Wir müssen …

  • weniger suchen und
  • räumen schneller auf.

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber für mich sind „suchen“ und „aufräumen“ zwei irrsinnig große Zeitfresser. Und ich gebe zu, dass ich an dieser Stelle immer noch ziemlich schwach aufgestellt bin. Was jedoch nicht nur an mir liegt. 😉 Doch ich habe diesen Zeitfresser zumindest schon erkannt. Jetzt muss ich ihn nur noch abstellen.

Zeitfresser erkennen und abschalten: das Fazit

Das war jetzt ganz schön viel Text, so viel schreibe ich gewöhnlich nicht in einem Beitrag. Doch das ist ja auch ein wichtiges Thema, das großen Einfluss auf unser tägliches Leben hat. Wenn wir unsere Zeitfresser erkennen und abschalten, sparen wir nicht nur Zeit, sondern gewinnen viel Lebensqualität hinzu. Wir sind weniger genervt, haben weniger zu tun und können die schönen Dinge erleben: Mit den Kindern auf den Spielplatz statt allein in die Wäscheküche. Zusammen malen, lesen und schäkern statt kurz vor knapp die Steuererklärung fertigmachen. Schnell zusammen aufräumen – und dann einen Ausflug machen. 

Das Leben ist zu kurz – lasst uns so viel wie möglich davon genießen!

Viele liebe Grüße

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