Weltspartag
Happiness

Weltspartag und Geld – ein paar Gedanken

Heute ist Weltspartag. Naja, oder besser: Heute war Weltspartag. Denn das Schlimmste haben die Bankangestellten landauf landab nun hinter sich. Tausende Kinder, die mit ihren Sparschweinen die Filialen stürmten und für 1,24 Euro Erspartes ein nutzloses Geschenk im Wert von 2,00 Euro abfassen. Und dabei haben sie oft gar nicht selbst gespart, sondern am Vorabend noch schnell ihren Eltern das Kleingeld aus den Rippen geleiert, um am kommenden Tag ein Kuscheltier oder eine Smartphone-Hülle schnorren zu dürfen. Nein, das Thema Weltspartag ist bei mir nicht sonderlich positiv behaftet – obwohl ich ein sehr großer Freund des fleißigen Sparens bin.

Kurzer Exkurs, damit ihr wisst, warum ich den Weltspartag verabscheue: Habe ich euch jemals verraten, dass ich vor meinem jetzigen Leben einst eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht habe? Nein, ganz sicher nicht, denn dieser Teil meines Lebens ist wirklich nicht erinnerungswürdig. Doch obwohl ich schon nach zwei Tagen wusste, dass das nichts für mich ist, habe ich das Ding durchgezogen. Und so kam es, dass ich vor exakt 20 Jahren zum Weltspartag in einer Filiale stand. Eine Filiale ohne Zählautomat! Schreiende Bälger, tonnenweise Kleingeld von Hand zählen und per Hand zu sauberen Münzrollen rollen. Nach diesem Abend hatte sich eine Erkenntnis eingebrannt, die niemals wieder verschwinden wird: GELD STINKT DOCH!!!

Weltspartag – ein durchaus löblicher Grundgedanke

Generell ist der Ansatz nicht schlecht, Kindern das Prinzip des Sparens näher zu bringen: Spare schön und regelmäßig, dann kannst du dir eines Tages einen großen Wunsch erfüllen. Seit der Null-Zins-Politik unserer Notenbanken kann man ja leider nicht mehr damit werben, dass man sogar noch etwas dazu bekommt. Schade, denn ein großes Argument für das Sparen geht damit Flöten – und ich fürchte, dass sich unser Volk der braven Sparer diesen Wesenszug abtrainieren wird. Tschüss, verantwortungsvolles Ruhekissen! Willkommen, Konsum auf Pump!

Das finde ich sehr schade, denn ich denke, dass wir alle glücklicher wären, wenn wir weniger konsumieren würden und es uns stattdessen auf einem kleinen Puffer gemütlich machen könnten.

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Geld macht nicht glücklich – aber es beruhigt ungemein

Dieser Spruch birgt so viel Wahres in sich – zumindest für mich. Das erlebe ich besonders, seitdem wir unser Haus gekauft haben. Vorher schlummerte das bisschen Eigenkapital, das wir hatten, auf dem Konto. Damals wurde es jedes Jahr sogar ein bisschen mehr und es war jederzeit griffbereit für den Fall, dass mal das Auto kaputt ging oder die Spülmaschine streikte. Ein tolles Gefühl von Sicherheit.

Dieses Gefühl habe ich nun nicht mehr. Jeder Cent ist in unser Häuschen geflossen und alles, was wir seither ansparen, dient einem bestimmten Zweck und ist fest verplant. Das macht mich manchmal schon ein bisschen unruhig. Ich habe gerne ein kleines Polster. Und damit stehe ich nicht allein:

Geld hat an und für sich noch nie jemanden glücklich gemacht, aber es hat mir stets ein Gefühl der Sicherheit gegeben und auf diese Weise meine Fähigkeit zum Glücklichsein gesteigert.

Audrey Hepburn

So sieht es aus, meine Lieben! Geld macht nicht glücklich, aber ohne Geld glücklich zu werden, ist auch sehr schwierig. Gerade, wenn man ein sicherheitsliebender Mensch ist. Wie schön wäre es, ohne Geld leben zu können. Mein Traum wäre ja, eines Tages auszusteigen, mich von der Konsumgesellschaft abzuspalten und auf einem Selbstversorgerhof zu leben. Nur leider brauche ich auch dafür Startkapital – und das nicht zu knapp.

Unterm Strich war der Weltspartag für mich mal wieder eine gute Erinnerung, etwas sparsamer und minimalistischer zu leben. Konsum verschafft uns vielleicht ein kurzes Hochgefühl, doch glücklich macht er uns nicht. Und auch wenn es derzeit keine Zinsen bringt, wenn wir etwas ansparen, sollten wir der alten Redensart gedenken: Nicht für die Zinsen sparen wir, sondern für unser eigenes, glückliches Gefühl von Sicherheit.

Oder so ähnlich. 😉

Viele Grüße

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