Was wäre, wenn
Mommy

Was wäre, wenn …?

Da sitzt man abends auf der Couch, schaut sich irgendetwas Belangloses im Fernsehen an und aus heiterem Himmel knallt einem die Frage aller Fragen in den Kopf: Was wäre, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte? Was würde ich tun, wenn ich wüsste, morgen ist alles aus und vorbei? Irgendwie bin ich bisher immer recht schnell von der Antwort abgekommen, weil mein Tagesgeschäft dazwischen kam. Doch diese Woche hatte ich etwas mehr Zeit als sonst, habe intensiv darüber nachgedacht – und eine erstaunliche Antwort gefunden.

Wenn ich nur noch einen Tag auf dieser Welt hätte, dann würde ich …

… einen ganz normalen Tag leben wollen. Gut, es müsste schon ein Samstag oder Sonntag sein, denn arbeiten ginge ich ganz sicher nicht. Aber sonst? Nichts Besonderes! Einfach ein schöner Familientag mit ganz viel Zeit nur für uns.

Diese Antwort auf die „Was wäre, wenn“-Frage wirft natürlich eine neue Frage auf: Habe ich in meinem Leben gar keine Wünsche, Ziele und Ambitionen mehr? Gibt es nichts, was ich unbedingt noch erleben oder sehen möchte? Oder bin ich einfach so zufrieden und glücklich, dass ich dieses Glück nur noch ein letztes Mal genießen will?

Meine Ziele und Wünsche

Selbstverständlich habe ich noch Ziele in meinem Leben, zum Beispiel:

  • meine Maus so erziehen, dass sie zur besten Version ihrer selbst werden kann
  • mein Herzensprojekt zu einem Erfolg machen – dieses Blog hier
  • unabhängig und flexibel arbeiten und dadurch freier leben.

Damit habe ich noch einiges vor in meinem Leben. Aber diese Ziele kann ich nicht an meinem letzten Tag auf Erden mit einem Handstreich erreichen – und daher kann ich sie getrost aus der „Was wäre, wenn“-Überlegung streichen. Ähnlich verhält es sich übrigens mit einen Wünschen:

  • meine Kleine soll ihr Glück finden
  • zur Silberhochzeit noch einmal nach Hawaii fliegen
  • im Lotto gewinnen und so eine Abkürzung zu meinem Ziel Nummer Drei nehmen.

Ich kann darauf hinarbeiten, dass sich meine Wünsche eines Tages erfüllen: meiner Tochter gute Werte vermitteln, meine Beziehung pflegen, schon einmal für den Flug sparen und jede Woche einen Lottoschein ausfüllen. Aber das heißt noch lange nicht, dass es eines Tages tatsächlich so kommt. Die ersten beiden Wünsche liegen weit in der Zukunft – das schaffe ich nicht an einem einzigen letzten Tag. Und der dritte wäre schon ziemlich „ironic“, wie die liebe Alanis Morissette einst schmetterte: he won the lottery and died the next day. Fies! Aber wenigstens hätten meine Lieben noch etwas davon.

Wir halten fest: Weder meine Wünsche, noch meine Ziele passen in einen letzten Tag. Müssen sie auch nicht. Meine Ziele sind in einem solchen Fall sowieso egal. Und meine Wünsche? Hauptsache, Nummer Eins erfüllt sich. Nicht an meinem letzten Tag, sondern an allen Tagen ihres Lebens.

Heidelberg_01-1024x576 Was wäre, wenn …?
Ein Ausflug aufs Heidelberger Schloss mit dieser Aussicht? Warum nicht!?!

Was wäre, wenn …? Mein perfekter, letzter Tag

  • So lange schlafen, bis Mausi wach wird und dann gemeinsam aufstehen.
  • Ausgiebig frühstücken – ob daheim oder auswärts, ist egal.
  • Einen Ausflug machen, inklusive auf Bäume klettern, Steine ins Wasser werfen, Fangen spielen, Picknick machen, kuscheln, kitzeln und ganz viel lachen.
  • Abends gemütlich essen gehen.
  • Gemeinsam Mausi ins Bettchen bringen.
  • Den Abend mit einer Shisha und einem Whisky auf der Terrasse ausklingen lassen, über Gott und die Welt reden und Sterne beobachten.

Mein perfekter letzter Tag ähnelt in vielen Punkten vielen anderen Tagen. Doch was wäre anders? Er wäre vielleicht etwas unbeschwerter, weil ich Mausi mehr erlauben würde und nicht so streng wäre. Ja, das könnte ich tatsächlich für meinen Alltag übernehmen: Einfach mal machen lassen und öfter ein Auge zudrücken. Aber sonst?

Ich habe keine offenen Rechnungen zu begleichen und keine Dinge, die ich kurz vor knapp noch schnell erleben muss. Mir geht es gut mit dem, was ich habe. Und genau das will ich an meinem letzten Tag genießen.

Jetzt, da ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin, drängt sich eine ganz neue Einsicht auf: Ich glaube, ich bin der glücklichste Mensch der Welt.

Krass.

Liebe Grüße und einen glücklichen Abend

Sign Was wäre, wenn …?

PS. Hand aufs Herz: Wer von euch fühlt genauso, wenn er tief in sich hineinhört? Ich wette, es sind sehr viel mehr, als es selbst denken.

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