Schönheitspflege ohne Plastik
Wellness

Schönheitspflege ohne Plastik? Möglich, aber …

Wellness und Schönheitspflege ohne Plastik – in einem Jahr ohne Online-Bestellungen. Manchmal frage ich mich, ob ich eigentlich regelmäßig besoffen bin, wenn ich meine guten Vorsätze für das neue Jahr fasse. Keine Online-Käufe kombiniert mit weniger Plastik in einem Landstrich der ganz offensichtlich noch nichts davon gehört hat, dass es gerade voll cool ist, Plastik zu vermeiden. Keine Wurst heke in meiner Nähe nimmt mir meine Mehrwegboxen ab und füllt sie mit toten Tieren. Die kleinen Obst- und Gemüsehändler geben reihenweise den Löffel ab. Bildlich gesprochen. Nachhaltige Kosmetik ohne Plastikverpackung? Fehlanzeige! So langsam glaube ich, dass ich im nachhaltigen Niemandsland lebe. Und entsprechend schwierig gestaltet sich mein Vorsatz, meine Schönheitspflege ohne Plastik zu managen.

Die Ausgangslage

Eigentlich sollte es für mich nicht besonders schwierig sein, auf Plastik zu verzichten. Denn was Schönheitspflege anbelangt, bin ich eher primitiv gestrickt. Was brauche ich?

  • Duschgel
  • Haarshampoo
  • Seife für die Hände
  • Gesichtswasser
  • Creme
  • Make-up
  • Deodorant
  • Mascara
  • ab und an ein bisschen Lippenstift
  • im Sommer Nagellack und -entferner für die Füße
  • leider ständig neue Haarfarbe
  • Zahnpasta
  • Zahnbürste
  • Haarbürste
  • Rasierer (Mehrwegvariante, kein Schaum)

Kein Haarspray, keine Spülung, keine Lidschatten, kein Puder, kein Rouge, keine Kuren, keine Tinkturen, keine Concealer, keine Lotionen und wer weiß was sonst noch alles. Einfach nur saubermachen und ein bisschen die gröbsten Schäden kaschieren, die nach 39 Jahren nun einmal da sind.

Erste Schritte hin zur Schönheitspflege ohne Plastik

Da ich in Sachen Schönheitspflege äußerst schnörkellos bin, habe ich ein paar Dinge aus dem Stand ganz einfach ersetzen können:

  • Statt Duschgel verwende ich jetzt ein Stück Seife.
  • Die Seife für die Hände ist jetzt wieder ein Seifenstück, den teuren automatischen Spender haben wir entsorgt.
  • Meine Zahnbürste ist nun aus Bambus oder Holz.
  • In Sachen Haarbürste musste ich nicht tätig werden, da habe ich schon länger ein Modell aus Holz.

Andere Dinge gestalten sich schwieriger:

Gesichtswasser

Hier habe ich ganz eifrig Rezepte aus dem Internet ausprobiert – und bisher eine Bruchlandung nach der anderen hingelegt. Ein Rezept mit Zitronensaft und grünem Tee fing nach wenigen Tagen an zu gammeln. Die Apfelessig-Variante riecht schon vom ersten Tag gammelig. Reaktion von Herrn Schatz: „Bitte, BITTE, tue das nie wieder!“ Ich bin etwas frustriert, dass ich diese riesige Plastikflasche bisher noch nicht ersetzen konnte. Aber ich werde weiter experimentieren. Und nebenbei nach Gesichtswasser in Glasflaschen suchen.

Aber wenigstens habe ich meinen Wattepad-Verbrauch um 50 Prozent reduziert, indem ich mir waschies zugelegt habe (Achtung: unbeauftragter Amazon-Link). Super Sache das Ganze, denn das Make-up geht runter wie nix. Einfach mit Wasser. Und schnell sauber sind die Dinge auch wieder. Genial!

Creme

Creme selbst herstellen? Das kann ich gleich vergessen, denn dafür muss man nahezu steril arbeiten. Und wenn unser Zuhause etwas garantiert nicht ist, dann ist das steril. Also dachte ich mir, dass ich ganz natürlich ohne Schnickschnack auskomme und einfach nur Mandelöl verwende. Ganz pur, ganz rein, aus einer Glasflasche. Das klappt leider nicht ganz so, wie ich es mir vorstelle, denn meine trockene Haut schreit nach MEHR. Ich habe schon gehört, dass man „trockene Cremes“ im Internet bestellen kann. Mal schauen, ob es die auch hier irgendwo offline zu kaufen gibt.

Haarfarbe

Hier werde ich nur noch Farben kaufen, die keine Schüttelflasche mitliefern. Stattdessen werde ich die Farbe in einem Glas anrühren. Das spart wenigstens ein kleines bisschen. Aber ich schaue weiter, denn es geht ganz sicher noch besser.

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Meine nächsten Ziele

Als nächstes mache ich mich auf die Suche nach einer Alternative zu herkömmlicher Zahnpasta. Das werden für mich garantiert keine Tabletten zum Kauen sein, denn davon muss ich ganz sicher brechen. Ich bin da ein bisschen empfindlich, was sandige Konsistenz in meinem Mund anbelangt. Buäh! Aber irgendwie meine ich, mich zu erinnern, einmal von einer Art Pulver gehört zu haben. Danach wird sich Sherlock Smith jetzt mal auf die Suche begeben. 😉

Ebenso steht das Thema „Deodorant“ oben auf der To-do-Liste. Wie ich gehört habe, gibt es das auch am Stück ohne Plastik-Stick oder Blechdose – die Frage ist nur wo?!

Was bleibt dann noch?

Manche Dinge werde ich jedoch auf absehbare Zeit nicht ersetzen können oder wollen. Nehmen wir zum Beispiel mein Haarshampoo: Da ich eine superempfindliche Kopfhaut habe, vertrage ich eigentlich nur ein einziges Shampoo. Jeder Versuch des Entzugs ist bisher kolossal gescheitert, daher bin ich hier seeeehr vorsichtig. Außerdem werde ich auch nicht auf mein neues Make-up verzichten. Will ich einfach nicht. Punkt. Denn endlich habe ich etwas, das super deckt und gleichzeitig pudert und das zu einem Hammerpreis. Nö! Das bleibt. Ende der Diskussion.

In Sachen Mascara, Lippenstift, Nagellack und -entferner sehe ich ehrlich gesagt keinen großen Handlungsbedarf, denn dieses Zeug hält bei mir meist mehrere Jahre. Das Einsparpotenzial ist hier so gering, dass ich durch Recherche, Rumlaufen und Rumsuchen wahrscheinlich mehr Rohstoffe verbrauche als ich einsparen könnte. Und ein Leben abseits der Plastikreduzierung habe ich ja auch irgendwie noch.

Bleiben die Rasierklingen übrig. Die kann ich leider nicht ersetzen. Nicht schön, aber ich kann ja nicht rumlaufen wie ein Buschmann. Aber wenigstens tausche ich nur die Klingen aus und nicht den ganzen Rasierer.

Schönheitspflege ohne Plastik: Nette Entdeckungen

Auch wenn ich in Sachen Schönheitspflege ohne Plastik noch lange nicht dort stehe, wo ich gerne hin möchte, kann ich erste Erfolge sehen. Und das motiviert mich weiterzumachen. Außerdem habe ich bei meiner Recherche ein paar nette Ideen für Wellness aus Recycling-Material gesammelt. Zum Beispiel bin ich immer noch ganz begeistert von dem Peeling mit Kaffeesatz. Zwar benutze ich nicht oft Peeling – aber jetzt doch öfter als vorher, da ich es nachhaltig gestalten kann. Und mein übriger Zucker ist in das Lippenpeeling gewandert. Super, musste ich ihn nicht wegschmeißen. Aber wiederholen werde ich dieses Rezept sicher nicht … sonst müsste ich mir ja wieder Zucker ins Haus holen. 😉 Und das geht natürlich nicht mit meiner zuckerfreien Lebensweise zusammen.

So, genug geschwafelt für heute. Ich hoffe, ich habe euch ein paar Ideen liefern können. Vielleicht habt ihr ja auch ein paar Anregungen für mich. Ihr seht ja selbst, dass ich noch recht weit an Anfang stehe. Schickt mir einfach einen Kommentar, wenn ihr es besser wisst. Ich freue mich.

Viele liebe Grüße und ein tolles Wochenende

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