Happiness

Pause, Teilzeit, frei, frei, frei … das Leben könnte so schön sein

Pausen machen, Teilzeit arbeiten, einfach mal ohne Grund einen Tag frei nehmen. Was soll denn das? Wo kommen wir denn da hin? Meine Antwort: Unserer Ausgeglichenheit und inneren Freiheit einen großen Schritt näher!

Wer rastet, der rostet. Ich hasse diesen Spruch. Symbolisiert er doch eines der größten Probleme, das Menschen unserer Zeit haben: Jeder meint, immer erreichbar und ständig in Bewegung sein zu müssen. Das fängt beim Handy an, das uns keinen Feierabend und keinen Urlaub mehr nicht ans Büro denken lässt. Das geht mit Freizeitstress weiter, unter dem mittlerweile schon Kleinkinder leiden. Weil die Eltern nur das Beste für sie wollen. Schönen Dank auch. Mit drei Jahren Mandarin lernen und Leistungsturnen durchziehen – es könnte ja sein, dass ein künftiger Olympionike unter dem Babyspeck schlummert. Dass Sohnemann schon den halben Tag in der Kita verbracht hat und da genau das gelernt hat, was seinem Alter entspricht, ist völlig egal. Und es hört auch im Erwachsenenalter nicht auf, wenn wir es selbst in entfernten Ländern nicht schaffen, uns einfach mal für einen Tag auf unsere vier Buchstaben fallen zu lassen.

„Ich brauche das“, mag da manch einer sagen. Und sicher gibt es Menschen, die nicht still sitzen können. Aber ich behaupte: Die meisten Menschen behaupten das nur von sich, weil es sich besser anhört. Schindet Eindruck beim Boss, wenn man im Urlaub nicht faul am See liegt, sondern aufs Matterhorn klettert. Man, der Typ muss eine Energie haben! Den sehen wir ganz sicher für die nächste Beförderung vor. Kollege Mustermann geht indes nur mit der Frau eine Runde bummeln und Kaffee trinken? Was will der im Job schon reißen? Dabei ist das der größte Trugschluss.

Ganz bewusst Pausen machen – und einfach mal nichts tun

Bereits der gute, alte Ovid wusste:

Ruhe aus; ein Feld, das geruht hat, trägt herrliche Ernte.

Und selbst die Menschen mit den größten Hummeln im Hintern wissen, dass das stimmt. Wer fiebert nicht seinem Urlaub entgegen? Wer sehnt sich an einem stressigen Tag nicht nach seinem Feierabend? Manche Menschen rennen dann ins Fitnessstudio. Gut für sie, Sport ist schließlich gesund. Und danach? Noch ein bisschen von zu Hause aus arbeiten? Auf zwei Partys gleichzeitig tanzen? Oder doch einfach mal in die Badewanne legen? Ganz ohne Handy, Tablet und so weiter?!

Es muss ja nicht immer gleich die Badewanne sein. Aber einfach einmal Pause machen. Das Tagwerk ist getan, das Kind im Bett verstaut, der Abwasch erledigt. Das ist die beste Zeit für eine ganz bewusste Pause. Ich habe es selbst ausprobiert und es wirkt Wunder. Einfach gemütlich eine Tasse Tee trinken und ein Plätzchen knabbern. Den Blick schweifen lassen. Vielleicht in einer Zeitschrift blättern. Wahlweise mit oder ohne Musik im Hintergrund. Einfach einmal gar nichts tun. Ein bisschen nachdenken. Aber keine Listen schreiben. Füße hochlegen. Handy weg. Ruhe!

Ich liebe diese Pausen – gebe aber auch ganz offen zu, dass ich die nur hinbekomme, wenn Herr Schatz auf Geschäftsreise ist. Wenn wir zu zweit daheim sind, mache ich keine Pause. Bekomme ich nicht mit meinem Gewissen vereinbart, wenn ich faul rumsitze und um mich herum gewuselt wird. Dabei wäre es wohl das einfachste von der Welt, gemeinsam Pause zu machen. Werde das mal anregen …

Doch auch unterm Tag sollten wir immer mal wieder ein Päuschen machen – selbst wenn Arbeitgeber das gar nicht gerne hören. Sollten sie aber trotzdem toll finden, denn solche kleinen Auszeiten sorgen dafür, dass wir danach umso produktiver arbeiten. Also, keine Scheu vorm nächsten Gang zur Kaffeemaschine oder einem kurzen Spaziergang ums Gebäude. Kurz die Systeme durchpusten und weiter geht’s!

Pausen sind schon mal ein guter Anfang – doch es geht selbstverständlich noch besser.

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Pause, Teilzeit, frei – einfach mal die Seele baumeln lassen

Besser arbeiten und mehr erledigen in Teilzeit

Neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem es auch um dieses „weniger ist mehr“ ging. Leider finde ich ihn nicht mehr. Die Autorin war eine große Verfechterin der Teilzeitarbeit und stellte die Behauptung auf, dass Arbeitnehmer in Teilzeit wesentlich effizienter arbeiten als Kollegen in Vollzeit. Vielleicht schaffen sie absolut nicht genauso viel – aber anteilig auf jeden Fall mehr. Ich persönlich finde das gar nicht so weit hergeholt. Wer weniger Zeit im Büro verbringen muss, hat mehr Zeit für sein restliches Leben – und dieses Wissen, lässt ihn ablenkungsfrei seinen Job erledigen. Wer jedoch die ganze Zeit grübelt, wie er nach Feierabend Haushalt, Familie, Freunde und Hobby unter einen Hut bringen kann, der ist nicht so bei der Sache, wie er es sein sollte (Stichwort: Multitasking). Und er hat natürlich de facto mehr Zeit für das Leben neben der Arbeit.

Leider sehen das die allerallerallermeisten Arbeitgeber in Deutschland weiterhin ganz anders. Teilzeit oder Home Office – keine Chance! Ein Arbeitnehmer ist nur etwas wert, wenn ich ihn an seinem Schreibtisch sehe. Dass er entspannt auf der heimischen Terrasse die Präsentation in der Hälfte der Zeit erstellen könnte? Völlig egal! Wer weiß, ob der nicht nebenbei vielleicht noch seine Blumen gießt! Nicht auszudenken! Auf unsere Kosten? Nein, nein, nein!

Schade. Noch – denn ich bin ganz guter Dinge, dass sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einiges ändern wird. Man kann nicht Mobilität und ständige Erreichbarkeit predigen und gleichzeitig mobiles Arbeiten und flexible Erreichbarkeit ausschließen. Vielleicht werden wir diesen Kulturwandel ja sogar noch erleben … Bis dahin können wir aber noch etwas anderes tun, um uns zu entspannen.

Einfach mal blau machen

Ein freier Tag. Was bedeutet das für die meisten von uns? Auto in die Werkstatt bringen? Haus putzen, Wäsche waschen, Arzttermine? Wie wäre es denn, wenn wir an einem freien Tag … Achtung: total verrückte Idee! … frei machen? Ausschlafen, uns bedienen lassen, durch den Tag treiben, nichts erledigen, sondern einfach nur das tun, worauf wir genau in diesem Moment Lust haben. Ich weiß, dass ist total vogelwild. Was für eine abgedrehte Idee. Wer macht denn sowas? Ich sicher nicht. Leider! Aber es wäre echt mal richtig schön. Hach …

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