Meditation im Alltagsstress
Achtsamkeit

Meditation im Alltagsstress: Ich bin ein Erbsenschäler

Ich sage euch, Leute, ich stehe gerade unter Strom. Diese ganze Kita-Misere geht mir echt auf den Sender. Eigentlich könnten wir Notfallbetreuung haben, haben uns aber die ganze Zeit gescheut und es anders gewuppt. Jetzt, da wir sie dann doch bräuchten, bekommen wir vielleicht keinen Platz mehr. Ich laufe auf dem Zahnfleisch. Wenn das keine Zeit für eine Meditation im Alltagsstress ist, dann weiß ich ja auch nicht.

Wie heißt es von Seiten unserer Politiker immer so schön?

Die aktuelle Situation verlangt viel von uns allen ab.

Angela Span-Scholz

Ach, nee, tatsächlich?!? Wäre mir bisher nicht aufgefallen – danke für den Hinweis! Aber Spaß beiseite: Viele von uns kriechen derzeit mehr, als dass sie laufen und andere jammern auf hohem Niveau. Zu letzterer Gattung zählte ich bisher auch, doch so langsam wird es auch für unsere Familie eng. Die Oma ist bald weg, im Juni muss ich mein Arbeitspensum aufstocken, wenn ich nicht in die Teilzeitfalle tappen will – und der Zwerg  hat noch keine Betreuung. 

Was ich dagegen mache? Alle Formalitäten erfüllen und Erbsen schälen. Oder Gemüse schnippeln, Fenster putzen, Kleider bügeln oder abwaschen. Mir fällt schon so einiges ein, wie ich etwas Meditation im Alltagsstress unterbringen kann. Fragt ihr euch jetzt, ob ich komplett verrückt bin? Klar, bin ich auf jeden Fall – aber das hier gehört nicht dazu.

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Meditation im Alltagsstress – so funktioniert‘s

Schon Mary Poppins wusste, dass ein „Löffelchen voll Zucker bittere Medizin versüßt“. Das betrifft natürlich nicht nur Medizin, sondern auch unsere teils ungeliebte Hausarbeit. Doch wer sagt denn, dass es immer nur Arbeit sein muss, das Abendessen vorzubereiten oder den Flur zu wischen? Schmeißt ein bisschen bewusstes Atmen, ein Löffelchen Achtsamkeit, einen gewissen Takt und etwas Konzentration dazu – und schon habt ihr ein bisschen Meditation im Alltagsstress. Ganz einfach. 

Beispiele gefällig?

  1. Gemüse für das Abendessen schnippeln
    Neulich gab es einen ganz normalen Salat bei uns: Eisbergsalat, Paprika, Gurke und so weiter. Da ich kein Freund großer Salatblätter bin, sondern gerne alles kompakt auf einem Löffel verstaue, schnippelte ich alles besonders ordentlich und klein. Der Mann bespaßte die Maus und ich konnte mich ohne Ablenkung auf das Schneiden konzentrieren. Nichts anderes. Nur meine Salatblätter und ich. Herrlich.
  2. Den Wäscheberg wegbügeln
    Beim Bügeln habe ich immer wunderbar meine Ruhe, denn die Kleine darf nicht ins Zimmer, wenn ich mit dem heißen Wasserdampf hantiere. So kann ich mich ganz und gar auf meine Aufgabe konzentrieren und das Bügeln zum Beispiel meiner Atmung anpassen. Ganz ehrlich: Ich gehöre zu den Leuten, die richtig gerne bügeln. Aber auch erst, seitdem ich meine Dampfbügelstation habe.
  3. Erbsen schälen
    Neulich habe ich ein Rezept für geröstete Kichererbsen ausprobiert. Im Rezept stand, dass die kleinen Kameraden knuspriger werden, wenn man sich die Mühe macht, sie vorher zu schälen. Das wollte ich ausprobieren – und war danach ganz wunderbar entspannt. Nach den ersten Erbsen setzten die Routine und ein gewisser Takt bei der Arbeit ein, die tatsächlich etwas Meditatives hatte. Erbse greifen – Erbse aus der Schale schnippen – die Haut nach links – die Erbse nach rechts – Erbse greifen – Erbse aus der Schale schnippen – die Haut nach links – die Erbse nach rechts … Erstaunlich, wie einen solch eine stupide Arbeit entspannen kann. 
  4. Fenster putzen o. ä.
    Dabei muss ich immer am Mr. Miyagi von „Karate Kid“ denken: auftragen und polieren, auftragen und polieren. Auch beim Fensterputzen oder Bödenwischen kann ein gewisser Takt dafür sorgen, dass wir in eine Art Meditation kommen. Wenn ich im Takt putze, dann geht es gefühlt viel schneller und macht mir persönlich definitiv mehr Spaß. 
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Das waren nur mal ein paar Ideen, wie wir aus alltäglichen Dingen schon fast eine kleine Entspannungskur zaubern können. Einfach ein „Löffelchen voll Zucker“ dazu packen und schon habt ihr eine Meditation im Alltagsstress. 

Alles nur eine Frage der Herangehensweise. 😉

Viele liebe Grüße

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