loslassen lernen
Happiness

Loslassen lernen – die Nerv-mich-nicht-Liste

Vor einigen Tagen habe ich mal wieder einen Selbstversuch in Sachen Achtsamkeit und Happiness gestartet. Dieses Mal ging es darum, dass ich ganz schnell loslassen lernen musste. Und das kam so:

An einem Dienstagnachmittag habe ich mich so schrecklich über eine Sache aufgeregt, dass ich mich überhaupt nicht mehr eingekriegt habe. Den ganzen Nachmittag und Abend spuckte mir der Vorfall im Hirn herum. Ich habe ihn durch eine furchtbar unruhige Nacht getragen. Mein erster Gedanke morgens wanderte dahin zurück. Und als ich dann im Büro vor meinem Riesenhaufen Arbeit saß, konnte ich keinen klaren Gedanken fassen. Ich musste loslassen lernen. Diese fiesen Überlegungen mussten raus aus meinem Hirn. Und zwar sofort, sonst hätte ich im Büro echt Sch… gebaut.

Da war doch mal was …

Zum Glück erinnerte ich mich in diesem Moment an einen Vortrag, den ich vor ein paar Jahren gehört habe. Dort empfahl der Redner, dass man sich an einem ruhigen Abend bei einer Flasche Wein einmal hinsetzen und eine Liste verfassen sollte – eine Liste mit negativen Gedanken und Erinnerungen, die man loswerden will. Diese sollte man in eine Flasche stecken und in den nächstbesten Fluss werfen: Bye-bye alter Schrott, willkommen neues unbelastetes Leben!

Befreie dich von dem Unrat, den du in deinen Gedanken und Gefühlen mit dir rumschleppst!

Denke nicht mehr an Fehler zurück, die du gemacht hast!

Lasse die Peinlichkeiten hinter dir, die du sowieso nicht mehr ändern kannst!

Du musst loslassen lernen!

Loslassen lernen: Wer schreibt, der bleibt

Der Gedanke hinter dieser Übung ist wieder einmal total banal und eigentlich veräppeln wir uns selbst. Mal wieder. Aber so langsam habe ich das Gefühl, dass ein glückliches, achtsames Leben zu einem großen Teil aus Selbstverarsche besteht. Der Körper glaubt das, was ihm der Geist erzählt. Und wenn wir eine Liste schreiben mit allen Dingen, die uns nerven, und diese Liste dann wieder loswerden, dann lassen wir auch die Gedanken los, die wir dort aufgeschrieben haben. Total bekloppt. Aber es wirkt!

Doch zurück zu besagtem Mittwochmorgen …

Verzweifelt und total festgefahren holte ich ein Blatt Papier hervor und fing an, alles aufzuschreiben, was mich so sehr aufwühlte, dass ich nicht arbeiten konnte. Ich schrieb und schrieb und schrieb. Zuerst das Offensichtliche, dann ging es immer mehr ins Detail und am Ende erkannte ich sogar Ursachen für meine Wut, die ich vorher noch gar nicht wahrgenommen hatte. Ich schreib weiter und weiter und weiter. Und irgendwo auf der Rückseite war ich dann fertig. Ich schaute mir mein Werk an, ohne es noch einmal durchzulesen. Ich faltete das Papier in der Mitte, ging damit schnurstracks zum Shredder: Bye-bye! Dann setzte ich mich wieder auf meinen Platz und fing an zu arbeiten. Einfach so, als wäre nichts gewesen.

Selbstverständlich hat mich die Sache im weiteren Tagesverlauf immer mal wieder beschäftigt, ich bin ja schließlich keine Maschine. Und Experten sagen auch, dass man solche Reinigungsrituale wiederholen muss, damit sie langfristig wirken. Aber meine Anspannung und Schockstarre waren wie weggeblasen.

Das Wichtigste an der ganzen Sache war, dass ich die Liste zerstört habe. Hätte ich sie aufgehoben, hätte ich wahrscheinlich nur irgendwann nachgeschaut, ob ich auch diesen oder jenen Punkt aufgeführt hatte. Und dann wäre ich ins Lesen gekommen – und der Teufelskreislauf hätte von vorne begonnen.

Mein Fazit: Loslassen lernen ist gar kein großes Hexenwerk. Man muss es nur wollen – und einfach machen.

Kuschelige Grüße

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PS: Wer noch ein kleines bisschen glücklicher werden will, findet weitere Ideen in der Sammlung 101 kleine Glücksmomente.

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