Hand aufs Herz
Achtsamkeit

Hand aufs Herz – und Danke sagen!

Heute habe ich mal wieder eine kleine, schnuckelige Übung für mehr Achtsamkeit für euch. Diese ist wirklich supereinfach und ihr könnt sie jederzeit an jedem Ort und ohne großes Aufsehen durchführen. Ganz anders als das Dauergrinsen, das in der Öffentlichkeit schon etwas bescheuert aussehen könnte. Das heutige Motto lautet: Hand aufs Herz!

Und das meine ich tatsächlich wortwörtlich. Denn mal ehrlich, Hand aufs Herz – dieses Mal im sprichwörtlichen Sinne: Wie oft bedankt ihr euch eigentlich bei eurem Herzen für seine supertolle Arbeit? Lasst mich raten! Nie?! Wir nehmen es als selbstverständlich, dass unser wichtigstes Organ immer seine Arbeit tut. Genauso wie atmen. Das passiert einfach, ist doch keine große Sache. Doch, es ist eine große Sache! Eine riesengroße Sache sogar. Leider fällt uns Menschen das immer erst auf, wenn es zu spät ist und die selbstverständlichen Helferlein in den Streik treten.

Eine kleine Geschichte über Motivation und Dankbarkeit

Stellt euch einmal vor, eurer Herz wäre ein Fabrikarbeiter, der pausenlos schuftet. Tagaus, tagein, ohne Wochenende, ohne Urlaub, im günstigen Fall viele Jahrzehnte lang. Mensch, muss dieser Arbeiter motiviert sein, eure Fabrik am Laufen zu halten – klar, er profitiert ja auch davon, dass alles läuft. Aber was machen Arbeiter, wenn man sie schlecht behandelt? Wenn man ihnen in der Kantine nur Müll zu essen vorsetzt? Wenn man ihnen keine frische Luft gönnt? Sie mit schlechter Gesellschaft überstrapaziert und man ihnen nicht wenigstens ab und an einmal bestätigt, dass sie tolle Arbeit leisten? Klar, sie sind nicht mehr motiviert, drosseln ihr Tempo, werden schlampig bei der Arbeit und hören am Ende vielleicht ganz damit auf. Und genauso macht das manches Herz.

Warum …?

Mit zunehmendem Alter stelle ich mir immer Öfter die Frage: Warum tue ich mir diesen Scheiß eigentlich an? Nicht dieses Leben im Allgemeinen, denn das ist richtig geil und das einzige, das ich habe. Also liebe ich es. Sondern manche Umstände, manche Angewohnheiten, manche Menschen usw. Warum esse ich noch Zucker, wenn es doch pures Gift ist? Wieso hocke ich abends vor der Glotze, wenn doch nur Müll läuft? Warum bezeichne ich diesen Deppen immer noch als „Freund“? Warum vergesse ich ständig, dankbar zu sein? Wenn es mir nicht gut in manchen Situationen geht, dann kann ich nur eines tun: Diese Situationen vermeiden. Indem ich keinen Zucker mehr esse, indem ich den Fernseher gar nicht erst anstelle, manche Menschen aus meinem Leben streiche und mir ein freches Mahalo auf den Arm tätowiere. Ich habe es selbst in der Hand. Wenn jemand etwas ändern kann, dann ich allein.

Und wenn ich mich aus Situationen heraushalte, die mir nicht gut tun, dann entlastet das auch mein Herz. Wenn ich solche Bürden von ihm nehme, erleichtere ich ihm seine Arbeit ungemein. Und das verbessert die Arbeitsbedingungen für meinen kleinen Fabrikarbeiter. Doch gute Arbeitsbedingungen sind noch nicht alles: Ich muss meinem Herzen auch zeigen, dass ich es wertschätze. Und das geht so:

herz_achtsamkeit-1024x1024 Hand aufs Herz – und Danke sagen!

Hand aufs Herz schärft die Achtsamkeit

Nun sind wir wieder bei dem wortwörtlichen „Hand aufs Herz“ angelangt. Diese Übung für mehr Achtsamkeit geht folgendermaßen:

  1. Sucht euch ein ruhiges Plätzchen – oder kommt innerlich zur Ruhe.
  2. Legt eure rechte Hand aufs Herz …
  3. … und sagt „Danke für deine geniale Arbeit“. Ihr müsst es nicht immer laut aussprechen, aber wenn ihr allein seid, solltet ihr es auf jeden Fall tun.
  4. Dann hört ihr ein bisschen in euch hinein, …
  5. … achtet auf euren Herzschlag, …
  6. … auf eure Atmung, …
  7. … versucht zu spüren, ob in der Brust irgendwo etwas drückt oder zwickt.
  8. Sagt noch einmal „Danke für alles!“ …
  9. … und kommt ins Hier und Jetzt zurück.

Das klingt vielleicht alles ganz banal. Aber ich glaube daran, dass das wirklich helfen kann. Und sei es nur, um ab und an zu entschleunigen und etwas auf uns zu achten. Probiert es doch mal aus! Schaden wird es sicher nicht.

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