häkeln
Wollglück

Häkeln ist das neue Om

Es ist erstaunlich, wer alles dem Häkeln oder Stricken verfallen ist: Hollywood-Stars verbringen ihre Pausen mit Wollbergen; Manager zählen in ihrer Freizeit Maschen statt Moneten; Otto Normalverbraucher hüllen ihre kleinen und großen Lieblinge in kuschelige Wollware. Ich kann diesen Trend absolut nachvollziehen.

Für gewöhnlich bin ich ein ziemlich wuseliger Mensch. Nicht, weil ich mehrere Dinge auf einmal machen will, sondern einfach, weil mich meine Umwelt dazu zwingt. Doch ich will mich nicht mehr zwingen lassen. Da zwinge ich mich doch lieber selbst. Und zwar dazu, weniger Dinge auf einmal zu tun. Besonders gut gelingt mir das beim Häkeln. Da lasse ich mittlerweile alles aus. Kein Fernseher dudelt nebenher, kein Hörbuch zwingt mich, meine Aufmerksamkeit zu teilen und keine Musik schickt meine Gedanken auf eine Reise, auf die ich gar nicht gehen will. Ich sitze einfach da und häkele vor mich hin. Maschen zählen und reihum, reihum. Fertig.

Häkeln zum Spaß an der Freud

Als ich seinerzeit mit dem Häkeln angefangen habe, fand ich es ganz wunderbar, dass ich nebenbei Hörbücher hören konnte. Super, zwei Hobbys auf einmal erledigt. Doch heute frage ich mich, wie bescheuert ich eigentlich war. Allein der Gedanke … Hobbys, die man erledigen muss!?! Wie dumm ist das denn? Im Büro muss ich Dinge erledigen – ein Hobby sollte nur eines: Spaß machen! Daher bin ich dazu übergegangen, zumeist in aller Stille zu häkeln. Wenn mir das zu still ist, mache ich allerhöchstens ein bisschen Musik an. Am liebsten instrumentale Stücke, die mich nicht zum Mitsingen verführen.

Und dann sitze ich da und häkele vor mich hin. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil ich gerade „nur“ eine Sache mache. Aber diese Gedanken verscheuche ich und belohne mich mit einem Lob an mich selbst: Super, dass du dich auf diese eine Sache konzentrierst! Super, dass du dich darauf einlässt und deine Sorgen vergisst! Super, dass du dieses Häkeln so richtig genießt und dich mit jeder Faser deines Herzens auf das Ergebnis freust.

Häkeln statt Meditieren

Wenn ich an diesem Punkt meiner Häkelei angekommen bin, lobe ich mich nicht nur selbst. Ich bin sogar richtig stolz auf mich. Denn ich bin weiß Gott niemand, der sich sonderlich gut entspannen kann und ganz von allein zur Ruhe kommt. Doch wenn ich häkele, ist das für mich fast wie meditieren. Ich achte zwar nicht auf meinen Atem und meinen Körper – aber ich zähle Maschen und erfreue mich an dem Muster. So werde ich ganz ruhig, kann mich entspannen und die Sorgen meines Alltags vergessen. Und damit scheine ich nicht allein zu stehen.

Große Kuschelfreuden werfen ihre Schatten voraus

Häkeln ist aktuell mein absolutes Lieblingshobby. Gerade neulich hatte der Wollversand meines Vertrauens eine besonders gute Wolle im Super-Duper-Top-Angebot. Gut, ich habe wahrscheinlich ein bisschen übertrieben mit den 58 Knäueln. Aber wer weiß – vielleicht bekomme ich die vier Pullover ja doch in dieser Saison hin. Und wenn nicht: Der übernächste Winter kommt bestimmt.

Doch jetzt widme ich mich erst einmal einem Häkel-Projekt in Sachen Weihnachtsgeschenke. Na, könnt ihr schon erkennen, was daraus werden wird? Auf Instagram werde ich über den aktuellen Status berichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.