Happiness

Fluchen für das Seelenheil

Es ist schon gut, dass ich heute und jetzt lebe. Das Mittelalter wäre keine gute Zeit für mich gewesen. Da hätten sie mich garantiert auf dem erstbesten Scheiterhaufen verbrannt. Nicht, weil ich irgendwelche tollen, wundersamen, unerklärlichen Fähigkeiten habe. Das sicher nicht. Aber ganz sicher, weil ich fluchen und schimpfen kann wie ein Rohrspatz. Kein Mensch kann so viel fluchen, ohne vom Blitz erschlagen zu werden. Doch da Blitze bisher einen großen Bogen um mich gemacht haben, kann das nur eines bedeuten: Ich bin eine Hexe. Aha, ab mit der Alten auf den Scheiterhaufen! Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.Dabei muss man wissen, dass ich von Natur aus gar kein grummeliger Mensch bin. Eher ein bisschen zu zurückhaltend und ruhig … aber wehe, wenn mir etwas gegen den Strich geht. Dann darf meine Kleine nicht in der Nähe sein. Oha, da kann ich laut und böse werden. Und meine Wortwahl ist dann alles andere als jugendfrei.Finde ich das schlimm? Also, dass manche Mitmenschen so skrupellos und rücksichtslos und egoistisch sind, dass ich schimpfen muss? Ja, das finde ich sehr schlimm. Aber dass ich dann so aus der Haut fahre? Nö, das finde ich alles andere als schlimm. Ich schreie ja niemanden an, sondern schimpfe nur vor mich hin. Und meistens ist das nur ein klärendes Gewitter und wenn ich so richtig schön vom Leder gezogen habe, ist’s auch schon wieder gut.

Die Vorteile von fluchen, fluchen, fluchen

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass so richtig Abmotzen und Auskotzen einfach zu einer guten Gesundheit und zum Wohlfühlen dazugehört. Aus folgenden Gründen:

  • Wer so richtig laut motzt, frisst den Ärger nicht in sich hinein.
  • Wer gleich alles raushaut, muss nicht weiter daran denken.
  • Wer kreativ flucht, erfindet immer wieder neue Schimpfwörter – und die bringen einen teilweise echt zum Lachen. Und Lachen ist gesund!
  • Schnauben, schmettern und schreien bringt ordentlich Luft in die Lungen.

Daher stehe ich voller Überzeugung zu meiner Überschrift: Fluchen ist gut für das Seelenheil. Das sollten wir alle viel häufiger tun. Zum Glück wird man heutzutage ja nicht mehr ganz so schief angeguckt, wenn einem mal ein anständiges „Scheiße“ entwischt. Hilft natürlich, dass man nicht gleich von der gesamten Gesellschaft geächtet wird. Aber meine richtigen Flüche, die hebe ich mir fürs Auto oder die eigenen vier Wände auf.

Kurz hatte ich überlegt, ob ich euch an dieser Stelle meine liebsten Schimpfwörter und Flüche zusammenstelle. Aber das wäre mir dann doch einen Hauch zu viel „bildungsferne Schicht“. Daher übe ich mich in Zurückhaltung – zumal ich gerade sowieso keinen Grund habe zu motzen. Stattdessen ein diplomatischer Satz am Ende dieses Artikels:

temporary Fluchen für das Seelenheil

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, das euch keinen Grund zum Fluchen liefert.

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