eigene Regeln
Hygge-Moment

Eigene Regeln fürs eigene Leben

Gleich vorab, bevor irgendwelche Missverständnisse entstehen: Ich steh auf Regeln. Fast so sehr wie auf Listen. Kinder brauchen Regeln, damit sie wissen, worauf sie sich verlassen können. Die Gesellschaft braucht Regeln, sonst versinken wir alle im Chaos. Vom Straßenverkehr fange ich jetzt erst gar nicht an. Aber selbst ich regeltreuer Mensch muss ab und an ausbrechen und mir eigene Regeln schaffen. Dafür bin ich zu sehr freiheitsliebender Wassermann.

Erinnert ihr euch an die Menschen, die früher mit dem tollen Spruch kamen: „Nicht für die Schule lernst du, sondern für das Leben!“ Wie ich sie gehasst habe. Klar: Ich brauchte die guten Noten, um es später leichter zu haben bzw. wählen zu können, was ich gerne machen würde. Aber für das Leben gelernt habe ich in der Schule gefühlt gar nichts. Zwischenmenschlich vielleicht, aber der Lernstoff ist längst vergessen – und teils auch überholt. Doch die Menschen gibt es immer noch, die an diesem bescheuerten Leitspruch festhalten.

Eigene Regeln und die Nasenrümpfer

Diese gehören für mich zu einem ganz bestimmten Menschenschlag. Einem, der früher die Nase rümpfte, wenn man seiner Ansicht nach die Schule nicht ernst genug nahm. Und einem, der heute die Nase rümpft, wenn man seine Arbeit nicht über alles andere stellt. Doch naserümpfende Mitmenschen werden wir von Tag zu Tag egaler. Mittlerweile habe ich ein Alter erreicht, in dem ich es mir erlauben kann, eigene Regeln und Leitsprüche zu machen. Und Nummer 1 ist ganz sicher: „Nicht für die Arbeit lebe ich – ich arbeite, um zu leben!“ Denn Geld regiert leider nach wie vor die Welt und wohl kaum einer von uns kann einfach so leben ohne Job. Daher müssen wir das Beste aus der Situation machen. Für mich bedeutet das, nebenbei dieses Blog zu schreiben und in meiner Freizeit Dinge zu tun, die mich glücklich machen.

Dresscode byebye!

Das bedeutet aber auch, dass ich nicht mein Leben in die Arbeit einpasse, sondern meine Arbeit meinem Leben angleiche. Will heißen: Manch steife, unnötige Regel setze ich einfach außer Kraft. So habe ich für mich zum Beispiel den Dresscode im Büro abgeschafft. Ist mir egal, dass andere das nicht machen und mir ist auch egal, dass andere die Nase rümpfen. Für mich und meine Arbeit ist es vollkommen irrelevant, ob ich im Hosenanzug komme – und genau das habe ich meiner Chefin auch erklärt. Denn erstens habe ich keinen Kundenkontakt, bei welchem ich einen Dresscode tatsächlich noch nachvollziehen könnte. Und zweitens bin ich ein kreativer Mensch, der einer kreativen Arbeit nachgeht. Doch wenn ich den halben Tag damit beschäftigt bin, den Streit zwischen Hemdkragen und Blazer zu schlichten, kann ich nicht kreativ arbeiten.

Ergo: Ich gehe ordentlich und sportlich-schick ins Büro, aber nicht im Business-Dresscode. (Mal abgesehen davon, dass ich diese Uniformen komplett grausam finde und Hosenanzüge sowieso nur dazu taugen, uns Frauen optisch an die Männer anzugleichen, in der Hoffnung, dass die Herren uns doch bitte, bitte, bitte ein bisschen ernst nehmen. Machtspielchen. Können andere gerne machen. Ich mache da nicht mehr mit. Aber gut, das führt an dieser Stelle zu weit.)

Doch es gibt Grenzen …

Selbstverständlich würde ich mit meinen eigenen Regeln niemals so weit gehen, dass andere darunter leiden müssten. Aber mal ganz ehrlich: Wer trägt einen Schaden davon, wenn ich in Jeans ins Büro gehe? Oder wenn ich meine eigene Bettgehzeit außer Kraft setze, um doch noch eine zweite Folge „Sherlock“ zu gucken? Sonntags keinen Braten auf den Mittagstisch stelle? Den Osterhasen nicht vormittags, sondern nachmittags anhoppeln lasse? Oder meinen Nachtisch vor dem Hauptgang esse? Regeln sind gut und schön – eigene Regeln sind manchmal aber einfach kuscheliger. Es ist schließlich mein Leben. Und es soll sich auch wie mein Leben anfühlen.

Habt ihr eigene Regeln? Brecht ihr manchmal auch aus der Norm aus?

Viele Grüße

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