Achtsamkeit

Ausreichend Schlaf – drei Ideen, zwei Möglichkeiten und zwei Freebies

Wie viele Stunden Schlaf pro Nacht braucht ein Mensch? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen sagen sieben Stunden Schlaf, die nächsten schwören, dass ausreichend Schlaf ab acht Stunden beginnt. Manch Spitzensportler schläft gar nicht lang in der Nacht, sondern in Intervallen über den ganzen Tag verteilt. Doch welcher normalsterbliche Berufstätige kann solch ein exzentrisches Schlafverhalten schon in seinen Tagesablauf integrieren – und wer will das überhaupt?

Eine Sache scheint jedoch festzustehen: Ausreichend Schlaf fördert die Gesundheit, die Fitness und das Wohlbefinden. Dem entgegen steht leider das starre, gesellschaftliche System, in dem wir leben: Kinder, die morgens um halb acht schon auf der Schulbank sitzen müssen. Arbeitgeber und Betriebsräte, die ihren angestellten Nachteulen nicht erlauben, Teile ihrer Arbeitszeit in den Abend zu verlagern. Und die vorherrschende Meinung, dass der frühe Vogel den Wurm fängt. Ganz ehrlich:

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Der frühe Vogel kann mich mal!

Wenn es nach mir ginge, sähe mein Tag so aus:

  • 8.00 Uhr aufstehen – und nicht um 6.00 Uhr, und dadurch auch den Nachwuchs ausschlafen lassen
  • 9.00 Uhr Maus in die Krippe bringen – nicht schon um 7.00 Uhr (die arme Kleine!)
  • 10.00 Uhr mit der Arbeit beginnen
  • 15.00 Uhr verlängerte Tagespause machen
  • 16.00 Uhr die Lütte abholen und zusammen den Abend genießen
  • 20.00 Uhr Tagesschau gucken und danach gerne noch zwei bis drei Stündchen arbeiten
  • 24.00 Uhr ins Bett gehen – denn ich habe ja bis 8.00 Uhr nächsten Morgen Zeit, zu schlafen

Das wäre der perfekte Tagesablauf für eine Nachteule wie mich. Naja, ich muss wohl nicht großartig erwähnen, dass das nicht einmal im Ansatz mit der Wirklichkeit zusammen passt. Seit Jahren bekomme ich daher nicht ausreichend Schlaf in der Nacht – einfach, weil eine Nachteule wie ich zu anderen Zeiten fit ist als die vermeintlich tollen Lerchen. Wer hat eigentlich beschlossen, dass die cooler sind als Eulen. Ich steh auf Eulen.

Doch Spaß beiseite. Was nicht passt, muss leider passend gemacht werden. Aus diesem Grund habe ich meine Schlafgewohnheiten den Gegebenheiten angepasst. Ich verzichte freiwillig auf meine geliebten späten Stunden und versuche, jeden Abend spätestens um 22.30 Uhr das Licht auszumachen. Warum? Weil die Experten Recht haben.

Der Mensch braucht ausreichend Schlaf – drei Ideen

Wie viele Stunden Schlaf ausreichend sind, soll an dieser Stelle nicht auf die Minute geklärt werden. Da sagt jeder Arzt und Experte etwas anderes und letzten Endes muss das jeder Mensch für sich selbst herausfinden.

Doch gehen wir spaßeshalber mal von sieben Stunden Schlaf aus, die der menschliche Körper braucht, um langfristig fit und gesund zu sein. Das bedeutet für mich, egal wie ich es drehe und wende: Ich muss vor 24.00 Uhr ins Bett gehen. Dabei sind die Stunden zwischen 22.00 und 24.00 Uhr doch die besten des Tages. *heul*

Generell ist es jedoch keine schlechte Sache, wenn wir alle vor 24.00 Uhr ins Bett gehen. Das erhöht unsere Chance auf ausreichend Schlaf. Schichtarbeiter sind da mal außen vor – ich frage mich sowieso, wie diese Menschen das machen. Wahre Helden sind das in meinen Augen. Doch zurück zum Thema.

Neulich durfte ich einen guten Vortrag hören, in dem der Referent auf einen weiteren Punkt aufmerksam machte: Wer ordentlich schlafen will, muss den Fernseher aus dem Schlafzimmer verbannen! Ich war noch nie ein Freund dieses Geräts in einem Raum, der für Ruhe vorgesehen ist. Doch nun habe ich den Beleg eines Experten. Genauso schlimm wie der Fernseher ist übrigens das Smartphone. Doch hier bin auch ich kein Musterschüler, denn ich nutze mein Handy als Wecker. Und solange ich keinen Wecker finde, der mich mit einem ruhigen, schönen, anständigen Klang weckt, bleibt das Smartphone leider auf dem Nachttisch liegen. Fünf Kaufversuche sind bereits gescheitert. Doch das Schreiben dieses Blogposts erinnert mich, mal wieder etwas intensiver zu suchen …

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Nun gibt es Menschen, die sofort rufen: Ich brauche nicht viel Schlaf. Da sage ich nur: Glückwunsch! Und trotzdem frage ich: Wer braucht den Schlaf nicht – der Geist oder der Körper? Ginge es vielleicht doch noch etwas fitter, frischer und fröhlicher, wenn ihr eure fünf Stunden Schlaf auf sieben Stunden ausweitet? Einen Versuch könnte es wert sein, oder?

Zwei Möglichkeiten für ausreichend Schlaf: zählen und prüfen

Wer ausreichend Schlaf bekommen will, muss erst einmal wissen, wo er steht. Und dann im zweiten Schritt seine Gewohnheiten umstellen. Hier habe ich zwei Möglichkeiten für euch, die euch dabei helfen können. Druckt euch die Bildchen aus und klebt sie in euren Kalender. So habt ihr sie immer dabei – und startet quasi nebenbei euer eigenes, kleines Bullet Diary.

Als erstes habe ich ein Schlaf-Tagebuch für euch. Hier markiert ihr jeden Tag, von wann bis wann ihr wie viel geschlafen habt. Der Vorteil hierbei ist, dass ihr auch einen eventuellen Mittagsschlaf oder Schichtarbeit berücksichtigen könnt. Aber bitte beschummelt euch nicht selbst: Wenn ihr um 23.00 Uhr ins Bett geht und um 6.00 Uhr wieder aufsteht, dürft ihr die 6.00 Uhr natürlich nicht markieren. Denn sonst kommt ihr in eurem Bildchen auf acht Stunden Schlaf – und ihr habt ja nur die 5.00-Uhr-Stunde vollgemacht. Nachteil an dieser Methode ist, dass ihr in etwa abschätzen müsst, wann ihr eingeschlafen seid. Schwierig für Menschen, die lange brauchen, um in den Schlaf zu finden.

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Eine weitere Möglichkeit ist ein so genannter Habit Tracker, für den ich mich persönlich entschieden habe. Da mein Wecker jeden Morgen um die gleiche Zeit klingelt, reicht es für mich, wenn ich mir angewöhne, jeden Abend früh das Licht auszumachen (und das Handy wegzulegen). Hier habe ich mich für ein einfaches Farbsystem entschieden: grün = vor 22.30 Uhr | gelb = vor 23.00 Uhr | rot = nach 23.00 Uhr. Ziel ist es, so viele Kacheln wie möglich grün anzumalen. Nachteil dieser Methode ist, dass sie den Wochenenden nicht gerecht wird, an denen ich grundsätzlich länger wach bleibe, aber ja auch etwas länger schlafen kann. Für mich selbst habe ich entschieden, dass ich an diesen Tagen die Zeiten um eine halbe Stunde nach hinten verschiebe. Ist trotzdem meistens rot. Aber ich bin auf einem guten Weg. Denn in den letzten Wochen geht es mir tatsächlich besser. Nicht mehr so schlaff und vor allem … halbwegs ausgeschlafen! Zumindest solange die grünen Kacheln in der deutlichen Mehrzahl sind.

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Ich hoffe, ich konnte euch ein klein bisschen motivieren, euch ausreichend Schlaf und Erholung zu gönnen. Ich tröste mich immer mit dem Gedanken, dass im Fernsehen ohnehin nur Müll läuft und ich ja gar nichts verpasse, wenn ich früher ins Bett gehe. Naja, Einbildung ist manchmal auch ne Bildung. 😜

In diesem Sinne …

achtet auf euch und schlaft schön aus!

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