Als Mami macht man das so
Mommy

Als Mami macht man das so. Am Arsch!

Von Erziehungsratgebern halte ich überhaupt nichts und von den Ansichten mancher Pädagogen noch viel weniger. Wenn ich mir deren Bälger manchmal anschaue, wird mir Angst und Bange um alle Kinder, die diese Menschen tagtäglich unter ihren Fittichen haben. Irgendwie ist das mit der Kindererziehung sowieso ein Glückspiel: Während sich bei den schlimmsten Eltern manchmal die besten Kinder entwickeln, machen einige perfekte Eltern trotzdem irgendwie alles falsch. Mein Motto lautet: Jeder versaut sein Kind so gut er kann auf seine ganz eigene Art! Weshalb mir auch regelmäßig der Kragen platzt, wenn ich höre: Als Mami macht man das so.

Was hat man denn als Mami so alles zu machen?

Es fängt damit an, dass die Übermamis dieser Nation der Ansicht sind, dass alles unter zwei Kindern keine richtige Familie ist. Zum ganz elitären Kreis zählt man indes nur, wenn man sich drei Kinder aus dem Leib gedrückt hat. Hier ist das WIE entscheidend. Mindestens ein Kind muss eine Spontangeburt gewesen sein, Kaiserschnitte sind Abkürzungen. Und echte Mamis nehmen keine Abkürzung, die machen es RICHTIG. Denn als Mami macht man das so.

Selbstredend hat man alle seine 2+ Kinder zu stillen. Nicht nur ein bisschen, sondern mindestens so lang, wie es die WHO und alle Mütter um einen herum als schicklich erachten. Man geht in Stillkaffees und trifft sich regelmäßig mit den Mädels vom Geburtsvorbereitungskurs – auch wenn man vier der fünf Weiber nicht ausstehen kann. Das Kind wird in jeden Kurs geschleift, in dem es seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten perfektionieren kann. Und selbstredend werden auch hier neue Mami-Kontakte aufgebaut, die man eigentlich nicht haben will und für die man eigentlich gar keine Zeit mehr hat. Warum? Als Mami macht man das so.

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Und es geht noch weiter …

Doch nicht nur die Kontakte zu anderen Müttern sind perfekt, sondern auch das eigene Heim und das eigene Leben: Das Haus sieht zu jeder Zeit so aus, dass spontan ein Kamerateam von „Schöner Wohnen“ einfallen könnte. (Achtung: unbezahlter Link, aber trotzdem ein Link.) Das Essen ist stets frisch gekocht mit Zutaten vom Markt, Bio-Metzger und Unverpackt-Laden. Die Hemden des Göttergatten sind gebügelt und die Spieleecke tipptopp sortiert. Bei einer echten Mami, die ihre Familie liebt, ist das nun einmal so.

Man selbst sieht immer aus wie aus dem Ei gepellt, mit perfektem Make-up und der hautengen Jeans, die zwei Monate nach der Geburt schon wieder gepasst hat. Aber selbstverständlich steht eines an allererster Stelle: die Kinder! Denn während sich der Rest nebenbei macht, ist die Mutti von heute 24/7 für ihren Nachwuchs da. Sobald ein Ruf erschallt, steht die Mami parat: „Mami, schau mal! Mami, spiel mit mir! Mami, ich will Schokolade essen! Mami, ich will auf den Spielplatz! Mami, … Mami, … Mami, …!“ Sie wünschen, wir spielen.

Daneben dürfen alle Kinder jedem Hobby nachgehen, das ihnen in den Sinn kommt – Mami fährt sie schon im dicken SUV von Pontius zu Pilatus. Die Kinder werden entsprechend ihrer Fähigkeiten optimal gefördert und wenn das bedeutet, dass jeder in einen anderen Kindergarten oder eine andere Schule geht oder man an einem Nachmittag dreimal zwischen Chinesisch-Stunde, Klavierunterricht und Fußballtraining hin- und herfährt, dann ist das halt so. „Ich will ja schließlich das Beste für meine Kinder. Du etwa nicht?“

Ach ja: Arbeiten geht die perfekte Mami übrigens genau so viel, wie es richtig ist. Ob acht Stunden die Woche oder 40, kommt auf das jeweilige Umfeld an: Hauptsache alle soeben genannten Anforderungen werden zu 100 Prozent erfüllt.

Als Mami macht man das so. Am Arsch!

Lange Rede kurzer Sinn: Diese perfekten Übermütter finde ich zum Kotzen! Und gleichzeitig tun sie mir unendlich leid. Denn sie verausgaben sich, weil sie sich von unserer Gesellschaft haben einreden lassen, dass es heutzutage nicht mehr reicht, eine ganz normale Mutter mit Menschenverstand, unendlicher Liebe für den Nachwuchs und gesunder Eigenliebe zu sein.

Ich mache diesen Trend nicht mit. Ich treffe mich nicht mit Weibern, die ich nicht leiden kann, nur um meiner Kleinen keine Türen zu verschließen. Sind diese Türen eben zu, dann nimmt sie andere. Unsere Wohnung ist oft genug alles andere als klinisch rein. Was soll’s: Dreck macht Speck. Nein, ich bin so gut wie nie geschminkt, arbeite so lange, wie ich es selbst gut finde und lasse mich nicht als persönlicher Chauffeur missbrauchen. Und wenn der Knirps schreit „Mamaaaa, … !!!“, dann sage ich auch immer mal wieder: „Jetzt nicht.“

Warum? Weil ich das als Mami so mache.

Ich wünsche euch einen schönen restlichen Tag – genießt ihn und macht, worauf ihr Lust habt!

Viele Grüße

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