Happiness

Hygge im Hängesessel

von am 22. April 2018

Sonntagnachmittag. Der Wurm schläft. Der Mann zappt durch die Kanäle. Und ich? Ich könnte jetzt die Spülmaschine ausräumen. Die Waschmaschine beladen. Ein paar Karten basteln. Oder mich an die Steuererklärung setzen. Mache ich aber alles nicht. Ich lasse mein Handy auf dem Esstisch liegen, nehme auch kein Buch mit, und kuschele mich in den Hängesessel im Garten. Freitagnachmittag hat mich Herr Schatz damit überrascht. Und da die Kleine gerade keine Besitzansprüche anmelden kann, gehört er hier und jetzt mir ganz allein. Kein „gaukeln, gaukeln“ – einfach reinlegen und gut.

Ich schließe die Augen. 25 Grad. Genau richtig, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Ich höre die Vögel zwitschern. Und die Bienen summen. Ein Hubschrauber schraubt irgendwo in der Nähe herum. Soll er doch, stört mich nicht weiter. Das Summ-Summ-Summ ist näher und viel schöner. Ich denke an … nichts. Höre nur das Summen. Und, ach, da ist ja auch der freche Laubfrosch – anscheinend direkt über mir irgendwo in der Birke. Vielleicht sehe ich ihn ja.

Der Laubfrosch ist es wert, dass ich meine Augen öffne. Aber entdecken kann ich ihn nicht. Dafür sehe ich das hübsche Schattenspiel, das Sonne und Birkenzweige auf meinen Hängesessel zaubern. Hin und her. Ein laues Lüftchen zieht durch die Birke und lässt die Blätter leise rascheln. Ach, wie schön. Ich schließe wieder die Augen.

Die Nachbarin kommt auf ihre Terrasse und zündet sich eine Zigarette an. Ich sehe sie nicht und sie sieht mich nicht, denn ich schaukele in eine andere Richtung. Und ich belasse es dabei. Habe keine Lust, zu quatschen. Und so schaukele ich sanft vor mich hin. Schlafe ich ein? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht. Auf jeden Fall werde ich ganz schwer und ruhig. Ich genieße. Einfach alles. Das Summen und Brummen, das Zwitschern und Rascheln. Selbst die kleinen Birkenblüten, die ab und an auf mich herunterplumpsen.

Hängesessel, Hygge

Dann, irgendwann, höre ich hinter mir den Rollladen. Der Mittagsschlaf ist vorbei. Ich drehe mich um und warte schon ganz gespannt, dass Herr Schatz mit Mausi herauskommt. Eine frische Windel später ist es soweit. Sie sieht mich im Hängesessel und ruft entzückt: „Gaukeln, gaukeln!“ Also gaukeln wir jetzt eine Runde zusammen, bevor wir durch den Garten stromern, Pusteblumen pusten, Schmetterlingen nachlaufen, mit dem Wasserschlauch herumspritzen und versuchen, mit Cookies im Mund zu pfeifen.

Danke, liebes Leben!

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Happiness

Gute Vorsätze für ein kuscheliges Osterfest {inkl. Bucket-List}

von am 29. März 2018

„Ich habe eine Wassermelone getragen.“ So bescheuert sich Baby bei diesem Satz vorkam, so ähnlich fühle ich mich auch gerade: „Ich habe eine Bucket List gemalt.“ Eine Liste mit fünf Strichen und ein paar Ostersachen drum herum. Schwerlich ein Meisterwerk, aber ich fange ja auch gerade erst an mit malen. Und dafür geht es doch, oder?

Osterfest, Bucket List

Ich persönlich habe schon schlimmeres Gekritzel gesehen – für wesentlich mehr Geld. Gut, dass ist auch nicht schwer, denn mein Bildchen hier kostet nichts. Also ladet es euch herunter, füllt es aus, klebt es in euer Bullet Journal oder bastelt einen Papierflieger daraus! Macht damit, was ihr wollt! Nur bitte nicht als eures ausgeben! 😉 Merci.

Wozu das Ganze gut sein soll? Nun, zum einen verschafft das Ausfüllen dieser Liste Menschen ein Hochgefühl, die auf Listen stehen. Mir zum Beispiel, yippie! Zum anderen hilft es uns, uns daran zu erinnern, wozu Feiertage eigentlich da sind. Klar, Religion und so weiter. Aber das meine ich gar nicht, denn das soll meiner Meinung nach jeder so halten, wie er möchte. Solange er seine Mitmenschen damit nicht stört. Nein, ich meine Feiertage, lange Wochenenden, freie Zeit – und was man mit dieser Zeit anfangen kann.

Ich erinnere mich noch lebhaft an einen Ostermontag vor rund 25 Jahren, an dem meine Familie und ich fast 15 Stunden auf der Autobahn verbrachten – für eine Strecke, die normalerweise keine sechs Stunden in Anspruch nimmt. Damals wusste ich noch nichts von positiver Lebenseinstellung, Hygge und so weiter – aber selbst mein pubertäres Ich erkannte, dass wirklich niemand solch einen Ostermontag braucht.

Heute bin ich älter und muss nicht mehr auf meine Eltern hören. Daher kann ich mir jetzt meine eigenen Regeln machen. Und die wichtigste lautet: Nicht stressen lassen! Doch zwei Termine an einem Tag mit Kleinkind im Gepäck wären Stress. Daher gibt es das dieses Jahr nicht. Weihnachten habe ich mir mit dem ganzen Hin-und-Her schon komplett versaut. Zu Ostern wird mir das nicht passieren. Karfreitag muss ich noch ein bisschen arbeiten, Samstag geht’s zur einen Familienseite, Sonntag zur anderen und ab Montagnachmittag lassen wir alles ausklingen. So wird es gemacht!

Und was habe ich an Kleinigkeiten vor, die mir Freude machen und die ich in meine Bucket List eintragen kann? Ich verrate es euch:

Osterfest, Bucket List

Einen sechsten Punkt habe ich aber doch noch: Mich nicht verrückt machen, wenn ich einen oder mehr Punkte auf meiner Liste nicht abhaken kann. Denn Freude und Entspannung folgen keinem Plan. Und wenn mir mein Herz sagt, ich soll nicht häkeln, sondern lieber faul in der Wanne liegen, ist das auch völlig ok. Und wenn Mausi von der Eiersuche überfordert ist und sich nicht freut, dann eben nächstes Jahr.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein super-entspanntes und mega-glückliches Osterfest. Lasst es euch gutgehen!

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Happiness

Das Glück des Tüchtigen

von am 21. März 2018

Basteln. Heimwerken. Clean Eating. Ausmalbücher für Erwachsene. Nähen, stricken, häkeln. Handlettering. Urban Gardening. Und Gott-weiß-was für Aktionen. Wie kommt es eigentlich, dass in letzter Zeit scheinbar jeder irgendein kreatives Hobby hat oder auf anderen Wegen Dinge tut, die schon Oma und Opa getan haben? Dinge, die noch vor fünf Jahren out und total uncool waren. Dinge, die meist überhaupt nichts mit der täglichen Arbeit im Büro zu tun haben.

Ich bin da ja auch so ein Opfer. Backen und kochen standen bei mir schon immer hoch im Kurs. Seit einigen Jahren bastle ich auch meine Grußkarten selbst. Etwas später fing ich mit Häkeln an. Seit einem Jahr nenne ich eine Nähmaschine mein eigen. Und seit Neuestem bin ich ganz versessen darauf, das Sketchnoten zu erlernen. Selbstverständlich alles, ohne dafür eines der anderen Hobbys aufzugeben. Was mich selbstredend immer öfter in zeitliche Bredouillen bringt. Nicht zu vergessen meine Sucht nach Kreativ-Büchern, die momentan zügellos unser Haus fluten.

Woher kommt dieses Verlangen nach kreativer Arbeit?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es sicherlich nicht. Aber für viele Leute in meinem Umfeld und mich selbst habe ich eine Antwort gefunden: Wer den ganzen Tag nur irgendwelche abstrakten Dinge am PC tut, der braucht am Ende des Tages noch ein Ergebnis, das er sehen, fühlen und vorzeigen kann. Ein Ergebnis, von dem er sagen kann: Das habe ich mit meiner eigenen Hände Arbeit geschaffen. Etwas Schönes. Etwas Leckeres. Etwas Nützliches. Egal! Hauptsache selbst gemacht und zum Anfassen.

Denn was schaffe ich denn den ganzen Tag über? Ich sitze an meinem Schreibtisch, tippe Buchstaben in einen Kasten, der auf vielen Ebenen viel schlauer ist als ich selbst, und hoffe, dass das Geschreibsel am Ende dazu taugt, irgendwo abgedruckt oder veröffentlicht zu werden. Manche Dinge davon scheinen leidlich wichtig, andere sind von vornherein so unwichtig wie der berühmte Sack Reis in China. Wobei der wenigstens noch jemanden satt macht. Doch was mache ich? Im Büro auf jeden Fall nichts, was die Welt in irgendeiner Form zu einem besseren Ort macht. Und da soll man keine Sinnkrise bekommen?!?!

Aus diesem Grund schaffe ich in meiner Freizeit Dinge, die meine Liebsten und mich erfreuen. Und die deutlich länger wirken als alles, was ich in einem Jahr im Büro schaffe. Nicht, weil ich im Büro nur Mist abliefere, sondern weil die Arbeit dort abstrakt und nicht greifbar ist. Meine Häkeljäckchen werden jedoch getragen, bis das Baby herausgewachsen ist. Meine Karten schaffen es vielleicht für mehrere Wochen auf ein Regalbrett und meine Sketchnotes werden irgendwann einmal meine Blogs verschönern … sobald sie so hübsch sind, dass ich sie vorzeigen kann.

So wie mir geht es sicherlich vielen Menschen da draußen. Und auch die aktuelle Plakatwerbung für „Das Handwerk“ scheint mich zu bestätigen. Denn dort stellt ein Handwerker die provokative Frage: „Und was hast du heute so gemacht?“ Ja, ja, schon gut. Ich bin ein Kopfarbeiter, der im Büro nichts Greifbares produziert. Aber komm du mal zu mir nach Hause, Freundchen …!!! 😜

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Happiness

Was ist Hygge?

von am 12. Februar 2018

Beginnen wir den heutigen Blog-Eintrag so, wie wir früher manchmal unsere Deutsch-Hausaufgaben begonnen haben: Laut Duden ist das Wort Hygge ein feminines Substantiv und bedeutet „Gemütlichkeit“ oder „Heimeligkeit als Lebensprinzip (in Dänemark)“. Das dazu passende Adjektiv hyggelig bedeutet „dem Prinzip der Hygge gemäß“, „gemütlich“ oder „heimelig“.

Soweit die Theorie. Doch Theorie und Hygge passt ja schon von der DNA her nicht zusammen. Also brauchen wir einen anderen Ansatz. Einen persönlichen. Stellt sich die Frage:

Was bedeutet Hygge für mich?

Hygge. Das hört sich schon so schnuckelig an. Wie ein kuscheliger Pullover, der noch nie gekratzt hat und auch nach 100 Wäschen niemals kratzen wird. Wie ein Katzenbaby ohne Krallen. Wie Kerzenschein in einer kalten Winternacht. Ein knisterndes Kaminfeuer. Ein netter Plausch mit den Kollegen – während man sich mit seiner Kaffeetasse in der Hand an den blass-grau-grünen Heizkörper kuschelt. Hygge ist überall. Hygge ist an keinen Ort gebunden. Hygge ist ein Gefühl. Eines, das stressgeplagte Menschen unserer Zeit und unseres Breitengerades oft erst einmal lernen müssen.

Nun bin ich kein passionierter Dänemark-Urlauber und auch sonst eher eine chaotische Natur. Aber Hygge gefällt mir. Ich will das auch können. Doch bin ich mir im Klaren, dass das einiges an Zeit und Geduld erfordern wird. Ich muss meinen Perfektionismus zähmen und das Hyggelige erst einmal erkennen, das in den alltäglichen Dingen schlummert.

Was kann denn alles hyggelig sein?

  • Hygge ist alles, was gemütlich ist und gut tut. Ooops … also all die Dinge, über die ich in diesem Blog schreibe.
  • Eine gemütliche, herzliche Atmosphäre ist hyggelig. Wenn man spürt, dass man willkommen ist. Oder wenn man seinen Gästen zeigt, dass sie willkommen sind.
  • Das geht natürlich nur mit den richtigen Leuten. Freunde, Familie, nette Menschen, die einem gut tun. Miesmacher haben hier nichts verloren.
  • Der Inbegriff von Hygge sind Kerzenschein und kuschelige Lichtquellen. Noch etwas Duftöl. Herrlich.
  • Nicht nur seelisches Wohl zählt – auch das leibliche. Leckeres Essen und süffige Getränke. Also alles, was ihr hier künftig in der Rubrik Gaumenfreuden finden werdet.
  • Der liebste, beste Kuschelpulli und die quietschbunten Plüschsocken – eingemummelt in der …
  • … Flauschdecke auf der Lümmelcouch. Auch Kleidung und Möbel müssen zum eigenen hyggeligen Wohlgefühl passen.
  • Schöne Dinge tun, die uns Freude machen. Bei mir sind das kochen, backen und anschließend essen, basteln, malen, häkeln, kuscheln, vorlesen, bloggen und britische Krimiserien schauen. Unter anderem.
  • Und was verschafft uns außerhalb unserer eigenen vier Wände Hygge? Schöne Dinge unternehmen und schöne Erinnerungen schaffen. Zum Beispiel mit einem BBQ im Park oder einem Picknick am Fluss. Einem Spaziergang über weite Felder. Auf einem Fest oder beim Fahrradfahren. In einem gemütlichen Café oder unter einem uralten Baum am Baggersee. Die Lieblingsstrickjacke, ein gutes Buch oder ein riesiges Badetuch dabei – und schon steht Hygge nichts mehr im Weg.
  • Und dann natürlich das Hygge-Highlight des Jahres: Weihnachten! Die Lichter, die Gerüche, die Weihnachtsmärkte, die Plätzchen, die Vorfreude, die glänzenden Kinderaugen, die Weihnachtsgans … Muss ich noch mehr sagen?

Ich habe nun also eine ungefähre Vorstellung davon, was Hygge für mich sein könnte. Jetzt muss ich das nur noch umsetzen.

Auf geht’s: Ich lasse Hygge in mein Leben!

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Und ihr?

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Happiness

Kuschelstunde sagt „Hallo Welt!“

von am 2. Januar 2018

Jeder Mensch hat seine ganz persönliche Vorstellung von Entspannung und Glück. Davon, was für ihn eine Kuschelstunde ausmacht. Den einen reicht eine Tasse Earl Grey. Die anderen müssen tatsächlich unbedingt und ausschließlich kuscheln. Die nächsten brauchen eine warme Decke und Wollsocken.

Nennen wir’s Hygge oder Achtsamkeit oder Work-Life-Balance oder sonst was: Am Ende steht, dass sich jeder von uns wohl fühlen will. Mit dem Stress zurechtkommen. Sorgen abschütteln. Sich aufs Wesentliche konzentrieren und mit dem zufrieden sein, was man hat.

Jeder muss selbst entscheiden, was ihm gut tut und was nicht. Keiner kann den anderen bekehren oder ihm seine eigene Kuschelvorstellung aufzwingen. Bei der Kuschelfrage gilt wie sonst kaum woanders: Erlaubt ist, was gefällt – und keinem anderen schadet. Trotzdem kann man sich natürlich jederzeit austauschen und irgendwo kreative Ideen sammeln. Wie macht das der eine? Was hat bei dem anderen geholfen? Kopieren, teilen, weitergeben – und am Ende das Beste für sich selbst herausfinden.

Ich habe jahrelang gebraucht, um herauszufinden, was mich wirklich abschalten lässt. Wobei sich das anhört, als sei ich mit dieser Reise fertig und hätte den Stein der Weisen gefunden. Mitnichten! Immer wieder probiere ich Neues aus und entdecke mich selbst neu. Noch vor ein paar Jahren hätte ich nicht gedacht, dass mir Basteln und Häkeln Spaß machen. Heute kann ich gar nicht genug davon bekommen. Wenn nur die liebe Zeit nicht wäre …

Jeden Tag schwebe ich zwischen „ich muss“, „ich sollte“ und „ich will aber“. Im Dschungel der Pflichten und Zwänge Freiräume für sich selbst zu schaffen, das ist wohl die größte Herausforderung des Tages. In diesem Blog berichte ich von meinen Erlebnissen. Hier schreibe ich darüber, was mir den Weg zu meiner Kuschelstunde versperrt, wie ich diese Sperren abzubauen versuche und was mir persönlich gut tut. Alles komplett subjektiv. Aber wer weiß?! Vielleicht ist ja die eine oder andere nützlich Idee für euch dabei …

Mein Name ist Sandra und ich freue mich, dass ihr auf mein Blog gestoßen seid. Wundert euch bitte nicht, wenn sich hier nicht im Stakkato etwas tut. Denn getreu dem Motto dieses Blogs „Dinge, die der Seele gut tun“ werde ich nur etwas schreiben, wenn ich wirklich in der Stimmung bin. Sonst wäre diese Website nur ein weiterer Zwang, den ich mir selbst auferlegte. Und das ginge ja mal deutlich am Thema vorbei, oder?!

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