Achtsamkeit

Achtsamkeit trainieren … mit einem Fotografie-Workshop

von am 10. April 2018

Ein neues Projekt? Aber gerne, immer doch! Ich habe ja sonst nichts zu tun, da kann ich mir freiwillig noch etwas mehr aufladen. Doch dieses Mal ist das anders. Denn mein neues Projekt ist kein Projekt um des Projektes willen. Schließlich möchte ich ja unbedingt meine Achtsamkeit trainieren. Mehr mitbekommen von meiner Umwelt. Sachen wahrnehmen, an denen ich früher vorbeigerannt wäre. Das geht nicht von heute auf morgen. Dafür benötige ich Hilfe. Und ein Fotografie-Workshop mit dem Titel „Schule den fotografischen Blick“ erscheint mir perfekt dafür.

Bildmotive finden und gleichzeitig Achtsamkeit trainieren

Gut, der Nutzen in Sachen Achtsamkeit trainieren fällt nicht sofort ins Auge. Aber da ich immer überlege, mit welchen hübschen Bildern ich mein Blog dekorieren kann, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens entwickle ich ein Auge für Bildmotive; zweitens nehme ich bei der Suche nach Motiven Dinge war, die mir sonst entgehen. So zumindest ist der Plan. Und tatsächlich fühle ich mich schon etwas wacher. Vielleicht ist das nur Einbildung. Aber ganz sicher habe ich schon manche Dinge als interessant und fotografierbar angesehen, die ich bisher hässlich fand und ignoriert habe.

Achtsamkeit trainieren

Gefunden habe ich den besagten Workshop via Instagram bei Dawn Hänsch. Sie bringt allen girls with cameras bei, besser zu fotografieren. Und plaudert dabei munter und frei aus dem Nähkästchen. Auch in ihren Newslettern – die zugegebenermaßen häufiger herein schneien, als ich Zeit fürs Lesen habe. Aber wozu gibt es Markierungsfähnchen im Mail-Programm? Noch bin ich nicht fertig mit dem Workshop. Aber ich bin schon gespannt, ob ich vielleicht Blut lecke und abseits des Achtsamkeit trainieren jetzt auch noch eine Superfotografin werden will. Würde ja passen. Noch ein Hobby. Oh je!

Fürs Erste flitzte ich am vergangenen Sonntag mit meiner Kamera bewaffnet durch unseren Garten. Ich wollte mal schauen, ob ich auch etwas hinbekomme, wenn ich den Automatik-Modus ausschalte. Urteilt selbst – die Ergebnisse zieren diesen Beitrag.

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Achtsamkeit

Glückstagebuch {Endlich erkennen, wie gut man es eigentlich hat}

von am 9. März 2018

Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen. Das wusste schon der gute alte Theodor Fontane. Doch liegt es wohl in der Natur des Menschen, immer noch mehr zu wollen. Wer gesund ist, hätte gerne eine glückliche Beziehung. Wer das beides hat, hätte gerne mehr Geld. Wer auch das hat, hätte gerne mehr Freizeit. Oder Ruhm. Oder ein Einhorn.

Klar, besser geht immer. Aber viel zu oft vergessen wir: Schlechter geht auch immer. Daher ist es sicherlich kein Verbrechen, nach Höherem zu streben. Aber wir sollten trotzdem niemals vergessen, das zu genießen, was wir bereits erreicht haben. Selbst wenn es in unseren Augen nur wenig ist: Auch für wenig sollte man dankbar sein. Denn schlimmer geht immer. Auch Zufriedenheit ist eine schöne Sache – wird in unserer Zeit jedoch leider synonym für das Wort Stillstand verwendet. Dabei ist ein zufriedener Mensch kein fauler Mensch, der sich in seine Situation ergeben hat. Sondern ein Mensch, der dankbar und glücklich ist mit dem, was er hat. Das ist doch nichts Verwerfliches. Im Gegenteil.

Es ist keine Kunst, das zu bekommen, was man will. Die Kunst besteht darin, es noch zu wollen, wenn man es hat.

Ein wahrer Satz. Doch müssen wir erst einmal erkennen, was uns eigentlich Gutes widerfährt. Tagtäglich und immer wieder aufs Neue. Kleine Sachen – die aber jeden Tag zu etwas Wertvollem machen. Der einfachste Weg, uns dieser kleinen und großen Glücksmomente bewusst zu werden und sie zu konservieren: ein Glückstagebuch.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Am Ende jedes Tages oder am Anfang des neuen Tages fragt ihr euch, was euch in den vergangenen 24 Stunden glücklich gemacht hat. Drei kleine Stichpunkte müsst ihr finden. Noch einmal darüber nachsinnen. Und aufschreiben. Fertig!Klingt einfach, banal und langweilig. Ist es aber nicht. An manchen, fiesen Tagen muss man echt lange suchen, bis man etwas findet, das einen erfreut hat. Aber dennoch gibt es diese kleinen Glücksmomente. Und mögen sie noch so banal sein – rein damit ins Glückstagebuch.

Beispiel gefällig? Aber gerne doch!

Glückstagebuch

Ich führe jetzt seit Anfang des Jahres mein Glückstagebuch und kann nur sagen: Hammergute Idee! Ich bin schon jetzt viel zufriedener und viel dankbarer für die kleinen Dinge im Leben. Denn jetzt bin ich mir ihrer bewusst.

Und zum Abschluss noch ein Beispiel. War gerade in Fahrt und kann mich nicht entscheiden. 😜

Glückstagebuch

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Achtsamkeit

Die Nachteile der Achtsamkeit

von am 22. Februar 2018

Wie bereits beschrieben, versuche ich, achtsamer zu werden. Doch das Hinschauen und Hinhören hat seine Schattenseiten. So zum Beispiel morgens in der Bahn. Mein unachtsames Ich wäre heute Morgen in die Bahn gestiegen, hätte sich seine Kopfhörer ins Ohr geschoben, stur aus dem Fenster gestarrt ohne etwas zu fokussieren und alle Einflüsse um sich herum ignoriert.

Doch heute Morgen habe ich das nicht getan – und bald sehr viele Eindrücke gesammelt, die man vor dem ersten Kaffee nicht sammeln sollte.

  • Ich suchte mir einen Fensterplatz gegenüber einem halbstarken Mitzwanziger, der meinen Füßen keinen Zentimeter Platz freigab (1. Detail, das ich bewusst wahrnehmen durfte).
  • Doch war meine Platzwahl wohl bedacht, denn die Bahn morgens wird immer voll und ein Nebensitzer ließ nicht lange auf sich warten. Dieser parkte sogleich seinen halben Oberschenkel auf meinem Sitz und damit auf mir (2.).
  • Während der Fahrt bekam ich mehrfach kalte Füße und eine gefühlte Blasenentzündung (3.). Das lag an dem Anblick diverser Mädchenfüße, die nur in Sneakers und 7/8-Hosen bekleidet waren. Bei 1,5 Grad Celsius!!! Arme Fashion Victims.
  • Ein Pärchen umarmte sich inniglich vor der Haustür. Ach, wie schön (4.).
  • Mein Gegenüber hatte kein Taschentuch griffbereit und zog im 30-Sekunden-Takt die Nase hoch. Yummy. (5.)
  • Außerdem kommentierte er jede seiner eingehenden Nachrichten mit einem verächtlichen Schnauben (6.). Überhaupt nicht nervig.
  • Mein Nebensitzer wollte offenbar auch etwas Aufmerksamkeit und fing irgendwann an zu röcheln (7.).
  • Darüber hinaus zeigte er nicht wirklich Engagement, seine Tasche zu bewegen, als ich aussteigen musste (8.).

Bis auf Punkt Nummer Vier hätte ich diese Eindrücke heute so früh am Morgen noch nicht gebraucht. Aber sei’s drum. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wer Achtsamkeit lernen will, muss eben erst einmal alles aufnehmen – bevor er das Filtern lernen darf.

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Achtsamkeit

Achtsamkeit – eine ganz subjektive Einschätzung.

von am 4. Januar 2018

Achtsamkeit und ich. Das ist ein Paradoxon, das dazu taugt, das Raum-Zeit-Kontinuum zu verschieben.

Ein Beispiel: Zu Halloween sieht unser Haus immer aus, als seien 10.000 Kürbisse und drei Friedhöfe explodiert. Fensterbilder, Plastiksärge mit schreienden Untoten darin, Ketten und abgetrennte Gliedmaße, Schrumpfköpfe und Kürbisse, Kürbisse, Kürbisse. Manch ein Auto ist schon bei uns vorbeigefahren, hat den Rückwärtsgang eingelegt und sich das Spektakel noch einmal genauer angeschaut. Ich persönlich brauche das nicht. Aber wer sich einen halben Amerikaner anlacht, darf sich wohl nicht beschweren.

Normalerweise verschwindet das Gemetzel wieder, sobald ich meine Weihnachtsdekoration herausräume. Nicht im vergangenen Jahr. Da nahm mir mein göttlicher Gatte die Arbeit ab und als ich vom Büro nach Hause kam, war der Spuk vorbei. Woran ich das gemerkt habe? Daran, dass Herr Schatz nach zwei Stunden fragte: „Hast du eigentlich irgendwie mitbekommen, dass die Halloween-Deko weg ist?“ Ooops …

Das ist meine aktuelle Form von Achtsamkeit. Ich bekomme so gut wie nichts mit von meiner Umwelt. Das hat auch gute Seiten. Zum Beispiel wenn ich das Schülergeschrei morgens in der Bahn komplett ausblenden kann. Oder wenn ich den toten Igel am Straßenrand schlichtweg übersehe. Aber wenn ich noch nicht einmal mehr mitbekomme, wenn sieben Umzugskisten voll Dekoration wieder im Keller verschwunden sind, ist die Zeit für Gegenmaßnahmen gekommen.

Daher habe ich angefangen, an meiner Achtsamkeit zu arbeiten. Denn wie viel verpasst man eigentlich im Leben, wenn man nicht genau hinschaut? Erst heute Morgen habe ich gesehen, dass ein Haus entlang der Straßenbahngleise ab Stockwerk zwei eine hübsch verzierte Fassade hat. Bin ich hochgerechnet schon 1.100 Mal vorbei gefahren – und habe ich heute zum ersten Mal gesehen. Selbstverständlich geht nicht die Welt davon unter, dass ich mir das Haus noch nie genauer angesehen habe. Aber ich bin trotzdem stolz, dass ich es endlich bemerkt habe. So langsam tragen meine Anstrengungen Früchte.

Meine einzelnen Maßnahmen trage ich künftig hier in dieser Blog-Kategorie „Achtsamkeit“ zusammen. Freut euch als erstes auf das Glückstagebuch. Geht gleich richtig schön los. Außerdem werde ich kleine, aber feine Momente sammeln, die mir besonders gut gefallen haben.

PS: Herzlichen Dank an meinen Herrn Schatz für das Foto. Ich war leider nicht dabei, aber wenn ich es gewesen wäre, wäre es auch für mich ein besonders achtsamer Moment gewesen.

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